Jugendliche für das Feuerlöschwesen wecken.
Einige Wehren, denen dieser Mangel zum Hauptanliegen wurde, versuchten in den letzten Jahrzehnten das Interesse der Jugendlichen für das Feuerlöschwesen zu wecken. Es dauerte dann noch bis in die 60iger Jahre, bis diese Sorge zu einem Problem wurde. Die ersten zarten Versuche der Nachwuchsbildung waren teilweise erfolgreich, und allmählich reifte der Gedanke im Schosse unseres Landesverbandes Jugendfeuerwehren zu gründen. Ziel dieser Jugendarbeit ist es: Jugendliche auf den aktiven Feuerwehrdienst vorzubereiten, sie zu engagieren und zu wertvollen aktiven Mitglieder unseren Feuerwehren heranzubilden. Dies geschah in einer Zeit, wo seitens der nationalen Schulreform, die Freizeit der Jugendlichen zunahm. Andere, sportliche wie kulturelle Vereinigungen nutzten ebenfalls den Faktor „Freizeit“ um die Jugendlichen für ihre Idee zu gewinnen.
Am 19. September 1965
Auf dem Kongress in Hesperingen wurde der Antrag gestellt, Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren in den Landesverband aufzunehmen. Wortlaut des Antrages: „Um den Nachwuchs der Feuerwehren zu sichern soll, wie in den Nachbarländern, eine Jugendfeuerwehr-Organisation geschaffen werden“. Durch leichte praktische Übungen und theoretische Aufklärung versuchte man bei den Jugendlichen das Interesse an der Feuerbekämpfung zu wecken. Natürlich wurden diese Jugendliche nicht in den Brandeinsätzen eingesetzt, sondern sie erhielten ein besonderes Statut für Wettkämpfe, Lager, Erste-Hilfe, feuerwehrtechnische Ausbildung usw., so dass sie im Alter von 16 Jahren in die effektive Feuerwehr übernommen werden konnten. Diese bahnbrechende Idee fand die Einstimmigkeit aller Anwesenden und somit war der Grundstein für die luxemburgische Jugendfeuerwehr gelegt. Man hoffte auf diese Weise die Lücken in den Reihen der aktiven Feuerwehrleute füllen zu können. Mit dem Datum des 19ten September 1965 war nun der Grundstein der LUXEMBURGISCHEN JUGENDFEUERWEHR gelegt.
Am 29. Februar 1966
Die erste Arbeitsgruppe welche die Aufstellung eines Ausbildungsprogramms, Statuten, Uniform usw. erstellten, waren die Herren Charles Besch, Emile Becker, Roger Forette, Nicolas Scholtes, Aloyse Lickes, Michel Gaudron, Albert Bram neuer Vizepräsident des Landesverbandes und Präsident dieses Gremiums, welche in der Arbeitssitzung des Kongresses am 18.9.1965 zusammengestellt wurde. Am 29. Februar trat diese Kommission in Larochette zur ersten Arbeitssitzung zusammen. In dieser Sitzung wurde der Aufbau der Jugendfeuerwehren in großen Zügen besprochen und festgelegt: Wegen der Unfallkasse wurde Herr Bram beauftragt sich mit den zuständigen Instanzen in Verbindung zu setzen; • Das Eintrittsalter wurde auf 10 bis 16 Jahren festlegt; • Die Jugendlichen sollen beim Eintritt in die Wehr sogleich in das Stammbuch eingetragen werden; • Uniformierung, Übungsprogramm; • Aufruf (Werbung) an alle Wehren auch eine Jugendgruppe aufzustellen.
Am 20. Juli 1966
Der Statutenentwurf wurde im Detail durchdiskutiert und dem Wunsch der Anwesenden gemäß umgeändert und einstimmig durch Handaufheben angenommen. Die Beschlussfassung zu den Statuten wurden im Verbandsorgan „de Letzeburger Pompjee“ im September 1966 veröffentlich. Ebenfalls wurde über die Uniformierung der Jugendlichen gesprochen. Bei der Vorführung sah man, dass diese aus einer blauen Salopette und Paletot mit Baskenmütze bestand, die die allgemeine Zustimmung der Anwesenden fand. Kostenpunkt in etwa 300.-Flux. Es war ein einheimisches Fabrikat, welches in Larochette angefertigt wurde.
Ende 1966
Ende des Jahres 1966 waren offiziell 170 Jugendfeuerwehrmitglieder im Landesverband eingeschrieben.
Am 19. September 1967
Gelegentlich des 47ten Nationalen Feuerwehrkongress in Mersch konnte man erfreulich feststellen, dass zirka 100 Jugendlichen mit marschierten. Die Jugendfeuerwehr Remich führte hier die erste Feuerlöschübung vor. In seiner Festansprache am Kongress teilte Innenminister Cravatte den versammelten Feuerwehrleuten mit, dass der Staat dem Landesverband mit einem 99-jährigen Pachtvertrag und einer symbolischer Pacht den früheren Herrschaftssitz „Buschmannschlass“ in Niederfeulen als „Maison du Sapeur-Pompier“ zur Verfügung stelle.
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Vom 29. Juli bis 4. August 1968
Zum ersten Male nahmen 18 luxemburgische Jugendfeuerwehrmitglieder in Rottweil an einem Jugendfeuerwehrzeltlager, organisiert durch die deutsche Jugendfeuerwehr, teil. Die Begeisterung unseren Jugendlich war sehr groß.
Am 15. September 1969
Beim 48. Kongress in Remich beschloss der Feuerwehrverband, auch den Jugendleitern eine Anerkennung zukommen zu lassen, indem ihnen ein Jugendleiterabzeichen zuerkannt wurde. Dieses wurde ihnen dann aber erst September 1973 gegeben.
Am 11. September 1971
In der Arbeitssitzung des 49. Landesfeuerwehr-Kongress stellte der Kantonalverband Esch folgenden Antrag: Antrag 12: Die Jugendkommission des Kantons Esch schlägt, auf Grund gemachter Erfahrungen, vor, die Landes-Jugendkommission solle sich aus je einem Jugendleiter jener Kantonalverbände zusammensetzen, die effektiv über Jugendwehren verfügen. Diese kantonalen Jugenddelegierten sollen nach demselben Wahlmodus gewählt werden, wie der Kantonaldelegierte im Zentralvorstand. Die Mitglieder der Landes-Jugendkommission sollen aus ihrer Mitte den Präsidenten und den Sekretär ernennen. Die Kommission soll einen Delegierten mit beratender Stimme im Zentralvorstand haben. Die Arbeit der Kommission soll darin bestehen, qualifizierte Jugendleiter heranzubilden, Werbeaktionen zu starten, Wettkampfregeln auszuarbeiten, Wettkämpfe zu organisieren und sonstige Aktionen im Sinne der Jugenderziehung in die Wege zu leiten.
Am 24. Februar 1972
Diese Kommission tagte unter dem Vorsitz von Generalsekretär Roger Bück in Luxemburg. Nach einem gemeinsamen Meinungsaustausch wurde Pierre Reinhardt (Kanton Esch) als Präsident, François Donnersbach (Kanton Mersch), als Sekretär gleichzeitig Delegierter der Jugendkommission im Zentralvorstand gewählt. Die Kantonaljugendleiter als Mitglieder waren für die Kantonen Clerf: Pierre Reuter; Diekirch: Jos Tholl; Grevenmacher: Antoine Schwall; Luxemburg-Stadt: Joseph Endres; Mersch: Marcel Roben; Redingen: Jean Claude; Remich: René Weicker; Vianden: Eugène Kremer; Wiltz: Aly Oestreicher Die Kantone Luxemburg-Land, Capellen und Echternach waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht vertreten, da sie noch keine Kantonaljugendleiter bestimmt hatten. Sie kommen erst später hinzu: Luxemburg-Land: Christ Charles (ab Juni 1972); Capellen: Fernand Graul und Echternach: Jean Mergen (ab Oktober 1972). Ab der Einsetzung der Kommission konnte die Jugendarbeit mit großen Schritten in die Zukunft gehen, da jetzt noch intensiver gearbeitet werden konnte.
1972 & 1973
Am 10.09. sowie am 29.10.1972 und am 25.02.1973 fanden die ersten Jugendleiterlehrgänge in der nationalen Feuerwehrschule in Niederfeulen statt, an welchen mit Erstaunen 101 Jugendleiter teilgenommen hatten. Es war aber schon sehr bald deutlich, dass dem A-Lehrgang noch ein B-Lehrgang später sogar noch ein C-Lehrgang und diverse andere Kurse folgen sollten. Im Moment werden sich wieder Gedanken über eine Erneuerung der Ausbildung gemacht, denn neue Anforderungen verlangen immer wieder eine Anpassung der Lehrgänge.
Am 18. März 1973
Die erste Jugendfeuerwehrleiter-Tagung fand in Mersch statt. Während dieser Tagung wurden die überarbeiteten Statuten unter dem Vorsitz des Hauptinspektors des staatlichen Feuerlöschdienstes Herr Henri Birscheidt mit 73 Stimmen bei 14 Enthaltungen angenommen. Diese Statuten hielten unter anderem das Alter von 21 bis 50 Jahre des Jugendleiters fest, welcher aktiver Feuerwehrmann und den Grundlehrgang absolviert haben muss. Ebenso wurde die Mitgliedschaft der „Letzburger Pompjés-Jugend“ die sich die Erziehung der Jugend in tätiger Nächstenhilfe sowie die Pflege und Förderung des Gemeinschaftsleben zur Aufgabe gestellt hat, dürfen demnach männliche und weibliche Jugendliche vom vollendeten 9. bis zum vollendeten 15. Lebensjahr werden. Diese Statuten wurden am 8.Dezember durch den Zentralvorstand einstimmig genehmigt. Diese neuen Statuten traten ab dem 1. Januar 1974 in Kraft. Das Fazit dieses erfolgreichen Kongresses: Die breite Öffentlichkeit hat vom erzieherischen Charakter erfahren, den die Jugendfeuerwehr in sich birgt, während die Feuerwehrjugend selbst im Begriff steht, Nächstenhilfe zu einer spannenden anregenden Freizeitbeschäftigung zu machen
Am 27. November 1973
Eine Besprechung fand mit dem Verwaltungsrat des Landesfeuerwehrverbandes statt in welcher folgend Punkte behandelt wurden. • Landes-Jugendfeuerwehr-Tagung am 31.März in Wiltz. • Uniform der Jugendfeuerwehr, der Verwaltungsrat vertrat die Ansicht die derzeitige Uniform beizubehalten, es soll aber versucht werden die Uniform aus einem besseren Stoff besser Qualität anfertigen zu lassen. • Fahne für die Jugendfeuerwehr, nach genauer Erklärung zum Vorschlag der Jugendkommission gab der Verwaltungsrat seine Zustimmung für die Anschaffung. • Zum Vorschlag der Jugendkommission einer internationalen Zusammenarbeit mit den Jugendfeuerwehren aus Nachbarstaaten ist der Verwaltungsrat der Ansicht mit dem diesem Vorschlag abzuwarten da der Landesfeuerwehrverband durch den CTIF den Auftrag erhalten hat eine internationale Zusammenarbeit der Jugendfeuerwehren in die Wege zu leiten. • Finanzielle Lage der Landes-Jugendfeuerwehr-Kommission; da die Jugendleiterkommission keine eigenen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen schlug die Kommission dem Verwaltungsrat vor jährlich eine bestimmte Summe welche diese selbst verwalten könnten zu erhalten. Auf Grund der nötigen Erklärungen zu diesem Antrag war der Verwaltungsrat der Ansicht, dass eine Organisation ohne Geldmittel nicht bestehen kann und versucht 1974 der Kommission eine bestimmte Summe zur Verfügung zu stellen. • Eröffnung eines Kontos; da die Kommission versucht ihrerseits durch freiwillige Spenden Geldmittel für den Aufbau der Jugendfeuerwehren zu erhalten wird zu diesem Zweck ein eigenes Konto benötigt. Der Verwaltungsrat gibt der Kommission die Ermächtigung, ein solches Konto zu eröffnen. Den Erfolg der Jugendfeuerwehr nach 8 Jahren der aktiven Förderung durch den Verband, kann man an dem Stand von Ende 1973 ablesen. Von 266 Wehren hatten schon 93 eine Jugendsektion (d.h. 35 %) mit 648 Jugendfeuerwehrmitgliedern. Interessant aus heutiger Sicht, ist die Tatsache, dass schon in den Anfangsjahren das Problem der Austritte aus der Jugendfeuerwehr bestand, denn für 1973 standen den 78 Übertritte auch schon 45 Austritte gegenüber.
Am 31. März 1974
Auf ihrer 2ten Jugendleitertagung in Wiltz zogen die Verantwortlichen der Kommission eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit. Auf dieser Tagung trat der Wille der Jugendleiter offen zu Tage, intensiv in kameradschaftlicher Weise die Probleme der Jugendarbeit im Landesverband zu lösen, freundschaftliche Kontakte mit dem Ausland zu pflegen und sich für die Anerkennung der Jugendarbeit voll und ganz einzusetzen. Ebenfalls fand ein Führungswechsel an der Spitze der Kommission statt Pierre Reinhardt legte sein Amt aus Altersgründen nieder und wurde durch Marcel Roben ersetzt. Am 20. Mai legte Kommissionssekretär François Donnersbach aus Gesundheitsgründen sein Amt als Sekretär der Jugendleiterkommission nieder. Da keiner der Kantonaljugendleiter diesen Posten übernehmen wollte musste Präsident Marcel Roben interimistisch den Posten des Sekretärs übernehmen. Am 13. November übernahm Tholl Jos aus Ettelbrück, diesen Posten.
1974
Auf internationaler Bühne war die luxemburgische Jugendfeuerwehr von Anfang an mit dabei. Als nämlich im Jahre 1973 in Brünn (CSSR) vom CTIF-Komitee im Rahmen des Fachgebietes „Feuerwehr“ eine Zusatzkommission für Jugendfeuerwehren geschaffen wurde, hat man dem luxemburgischen Feuerwehrverband den Vorsitz anvertraut. Mit der Wahl unseres Verbandspräsident Henri Funck am 29. September 1974 zum Vizepräsidenten des CTIF wurde diesem das Fachgebiet „Feuerwehren und ihre Mitglieder - Jugendfeuerwehren“ übertragen. Am 25. September fand dann die erste Sitzung der Internationalen Jugendleiter-Kommission des CTIF in der nationalen Feuerwehrschule in Niederfeulen statt. Die Internationale Jugendfeuerwehrleier-Kommission setzt sich aus Vertreter von 5 Nationen zusammen, und steht unter dem Vorsitz des Herrn Vize-Präsidenten des CTIF Dipl.Ing. Henri Funck Luxemburg. Die luxemburgische Jugendfeuerwehr vertritt Kommissionspräsident Marcel Roben und Kommissionssekretär Jos Tholl, der auch im Auftrag von Präsident Henri Funck das internationale Sekretariat führt. Zur Schlussfeier dieser großartigen Veranstaltung stand die Weihe der ersten Verbandsfahne, über welche Madame Henri Funck-Metzler und Regierungsrat Jean Thill die Patenschaft übernommen hatten.
Vom 16. bis 24. August 1975
Das erste nationale Jugendzeltlager mit ausländischer Beteiligung wurde in Consdorf abgehalten. Das Landes-Jugendtreffen forderte von der jungen Jugendleiterkommission ein Maximum an Leistung. Alle Teilnehmer waren tadellos in Zelten, welche von der der luxemburgischen Armee zur Verfügung gestellt wurden untergebracht. An Hand der Tagesprogramme konnte jeder einwandfrei feststellen, dass hier sinnvolle Freizeitgestaltung geplant und auch strikt durgeführt wurde. Hierdurch fand das erste Zeltlager ein positives Echo bei den 160 Jugendlichen sowie bei den vielen Gästen. Die miteingelegte Weihe der ersten Jugendfeuerwehr-Fahne, welche seitens der „Amicale des Sapeurs-Pompiers Retraités“ gestiftet wurde war die Krönung der Abschlussfeier. Diese noble Geste der Feuerwehr-Veteranen wurde mit Ehre und Anerkennung gewürdigt.
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Exekutivkomitee

Jugendfeuerwehrausschuss